Altenburg 2030 – eine Vision

Wer kein klares Bild von der Zukunft hat und das Ziel nicht kennt, sieht nicht, was zu tun ist und weiß nicht, wohin er gehen muss. Daher habe ich, geboren und aufgewachsen in dieser Stadt, ein klares Bild und ein Ziel für Altenburg vor Augen – eine Vision, an der ich mein Handeln als Oberbürgermeister ausrichte.

Wohin soll Altenburg sich in den nächsten zehn Jahren entwickeln? Das Fundament der kommenden Dekade fußt auf drei Säulen, in welche die Investitionen vor allem fließen: den Schlossberg, die Innenstadt und das Areal am Großen Teich. Diese Schwerpunktsetzung ist wichtig, denn wer alles will, erreicht oft nichts. Unsere Ressourcen sind begrenzt, wir müssen die knappen Mittel fokussieren.

Die Entwicklung des Schlossbergs mit den drei renommierten Museen, mit Teehaus und Orangerie sowie dem Marstall hat längst begonnen. In den nächsten Jahren werden dort, rechnet man noch das Landestheater hinzu, circa 60 Millionen Euro investiert. Unter dem Dach der in Gründung befindlichen Mitteldeutschen Schlösserstiftung wird sich der Schlossberg zu einem überregional ausstrahlenden touristischen Leuchtturm entwickeln, dessen Museen weiter aufblühen und auch gemeinsame Projekte auf den Weg bringen, über die man in Erfurt, Leipzig und andernorts anerkennend sprechen wird. Aber auch ohne Mitgliedschaft in einer Bundesstiftung werden Landkreis und Stadt gemeinsam das Areal zu einem Tourismusmagnet entwickeln.

Die zweite Säule der Stadtentwicklung ist die Innenstadt. Schon jetzt ist das Stadtzentrum einladend, noch in diesem Jahr wird auf dem Markplatz ein Wasserspiel gebaut, sodass sich die Aufenthaltsqualität erhöht. Insgesamt wird der Marktbereich, beispielsweise mit zusätzlichen Sitz- und Verweilgelegenheiten, weiter aufgewertet. Für einen kräftigen Schub bei der Belebung der Innenstadt sollen die Pläne für Ernestinum und Josephinum sorgen. Das Ernestinum soll künftig eine moderne Stadtbibliothek beherbergen und das Josephinum verwandelt sich perspektivisch in eine Spielewelt. Zusammen mit Music Hall, Logengebäude und weiteren Anlaufpunkten entsteht so ein touristisches Highlight in der Innenstadt. Der Kunstturm wird sich schon in diesem Jahr als origineller Ort besonderer Ausstellungen etablieren. In der Folge profitieren Geschäfte und Gaststätten, der Leerstand nimmt Jahr für Jahr ab. So entwickelt sich unsere Innenstadt für Einheimische und auswärtige Besucher zu einem liebenswerten und generationsübergreifenden Anziehungspunkt.

Der dritte Entwicklungsschwerpunkt ist das Areal am Großen Teich unter Einbeziehung der Hellwiese. Auch hier stehen wir glücklicherweise nicht bei null, viele attraktive Angebote existieren bereits. In den nächsten Jahren soll der Skaterplatz erweitert werden und der kleine Festplatz zu einem Erlebnisbereich mit Gelegenheit zu sportlicher Betätigung entwickelt werden. Der Bereich der Hellwiese ist zur Renaturierung – zurück zur Natur – vorgesehen. Schon bald sollen hier die ersten Wasserbüffel grasen. Die Uferpromenade auf der Hotelseite soll neu gestaltet werden, der Bereich zwischen dem Zora-Gebäude und dem Wohnmobilstellplatz ebenfalls.

Die Konzentration auf die drei Säulen der Stadtentwicklung bedeutet indes nicht, dass alles andere vernachlässigt wird – im Gegenteil. Zu einer lebendigen, vitalen Stadt gehören engagierte Vereine und prosperierende Unternehmen. Die Förderung der lokalen Wirtschaft und des städtischen Vereinslebens sind feste Bestandteile der Vision Altenburg 2030. Genauso wie die Instandsetzung von Fußwegen und Straßen. Von gleichrangiger Bedeutung sind zudem die Themen Sauberkeit und Umweltschutz. Wir werden mehr Abfallbehälter und mehr Grün in der Stadt haben.

Die öffentlichen Investitionen in die Bereiche Schlossberg, Innenstadt und Großer Teich werden viele private Initiativen beflügeln oder erst entstehen lassen. In Altenburg wird sich Aufbruchsstimmung ausbreiten, die ansässigen Unternehmen und Vereine, Neuansiedlungen und Neugründungen sind sehr willkommen, werden sich einbringen und 2030 wird es Altenburg vom Geheimtipp zur angesagten Kultur- und Erlebnisstadt gebracht haben, in der vor allem Familien sich wohl fühlen. Für sie ist geplant, vier bis fünf unserer 29 städtischen Spielplätze zu besonderen Spielplätzen – mindestens in jedem Stadtteil einen – umzugestalten. Diese Plätze werden mit speziellen Spielgeräten ausgestattet und eingezäunt sein.

Das Beste zum Schluss: Altenburg hat so und mit neuem Selbstbewusstsein sehr gute Chancen, die Bewerbung um eine Landesgartenschau 2028, die entlang der Blauen Flut alle drei Schwerpunkte verbindet, zu gewinnen. Auf der Landesgartenschau in Altenburg könnten wir voller Stolz zeigen, was wir bis dahin geschafft haben.

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